PC Tuning --> was hilft am meisten bei der Videoerzeugung?

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mike303
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PC Tuning --> was hilft am meisten bei der Videoerzeugung?

Beitrag von mike303 » Di Okt 17, 2017 16:58

Hallo Zusammen,
in letzter Zeit habe ich mal wieder etwas mehr mit der Diashow gearbeitet und die Ergebnisse als 4K Videos (MP4, H.264) erstellt.
Natürlich musste ich das dann öfter wiederholen, da sich immer mal wieder kleine Fehler eingeschlichen hatten. Das ganze hat ganz ordentlich Rechenzeit gekostet, auch wenn mein PC sicher nicht zu den langsamen gehört.
Da ich ohnehin für andere Anwendungen gerade einen neuen PC zusammenstelle, möchte ich diesen natürlich auch für die DIashow so weit wie möglich optimieren. Daher die Frage: Mit welcher "Schraube" bekomme ich die Rechenzeit am besten optimiert?
Grundsätzlich sehe ich da verschiedene Möglichkeiten und weiß leider nicht, welche optimal oder aber auch sinnlos ist:
1. CPU
- nützen deutlich mehr Kerne ? (Bei Lightroom helfen sie derzeit nicht wirklich, da hilft nur mehr Taktrate)
- oder gibt es ein Limit an unterstützten CPU-Kernen und ab da hilft nur eine höhere Taktrate?
2. Speicher
- es sind schon 16 GB und werden im nächsten Rechner 32 GB sein, evtl. stellt sich hier die Frage, ob eine Quad-Channel Anbindung deutliche Vorteile bringt
3. Grafikkarte
- wird diese ernsthaft genutzt und wenn ja, was wäre hier lohnenswert (aktuell GTX 970), die anderen Anwendungen brauchen bei mir nicht mehr GPU-Leistung und eine GTX 1080 ti wird schon recht teuer...
4. Festplatte
- Das Lesen der Bilder kann eigentlich nicht der Engpass sein und solange die Videoerzeugung länger dauert als das Video selbst, denke ich, dass hier kein Engpass vorliegt, insbesondere wenn die temporären Daten ohnehin schon auf einer SSD liegen. Ich lasse mich aber gerne belehren!
5. Sonstiges?

Vorab schon mal Danke für Tipps und Erfahrungen!
Mike

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ingenius
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Re: PC Tuning --> was hilft am meisten bei der Videoerzeugung?

Beitrag von ingenius » Do Okt 19, 2017 21:19

Zunächst einmal: Die besten Anworten müsste der Hersteller, also AS, wissen. Zu Deinen Punkten:
1. CPU
- nützen deutlich mehr Kerne ?
Die Anzahl der unterstützten Kerne kennt nur AS. Toll wäre es natürlich, wenn das Program einmal 8 oder gar 12 Kerne unterstützen würde/könnte. Dazu müsste es jedoch aber entsprechend parallelisierbare Funktionalitäten enthalten, was technisch nicht so richtig einfach und für alle Bearbeitungen machbar ist. Also, Herstellerangabe abwarten. Vorab einfach mal verschiedene Shows von Dir starten und Strg+F12 drücken. Du wirst erstaunt sein, wie gering die Belastung der CPU ist.
...da hilft nur mehr Taktrate...
Das schadet nie. Außer der Stromrechnung.
2. Speicher
- es sind schon 16 GB und werden im nächsten Rechner 32 GB sein, evtl. stellt sich hier die Frage, ob eine Quad-Channel Anbindung deutliche Vorteile bringt
Ich habe den Speicher meines PC von 4GByte auf 12 GByte vergrößert. Für die Diashow bringt das so gut wie nichts. Wenn Du schon 16 GByte hast, so dürfte das hinreichend sein. Beobachte das doch einfach mal bei einer laufenden Show im Taskmanager.
3. Grafikkarte
- wird diese ernsthaft genutzt und wenn ja, was wäre hier lohnenswert (aktuell GTX 970),...
Da gilt der vorletzte Satz für die CPU. Meine Erfahrung: Die Grafikkarte steckt im PC und langweilt sich mehrheitlich beim Diashowprogramm. Also keine ernstzunehmende Belastung.
4. Festplatte
- Das Lesen der Bilder kann eigentlich nicht der Engpass sein und...
SSD ist auf alle Fälle o.k. Bitte darauf achten, wie sie an den Rechner angekoppelt ist, denn davon hängt maßgeblich die Datenrate ab.

Noch ein Hinweis: Mein Rechner ist eine "alte Gurke", mittlerweile übert 7 Jahre alt mit einer Intel i5 750 CPU, einer nachgerüsteten SSD, einer nachgerüsteten Grafikkarte GForce GTX750Ti und 12GByte Speicher (DDR3). Den Rechner bekomme ich nur an seine Grenzen gefahren, wenn ich aus einer Diashow ein Video erzeuge. Sonst langweilt er sich so vor sich hin... Kritisch ist immer die Umarbeitung der von mir verwendeten Bilder, das hat aber nichts mit dem Diashowprogramm zu tun. Das ist schon sehr moderat im Hinblick auf seine Ansprüche programmiert.

ingenius

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Re: PC Tuning --> was hilft am meisten bei der Videoerzeugung?

Beitrag von mike303 » Fr Okt 20, 2017 12:31

Hallo ingenius,
vielen Dank für deine detaillierte Antwort.
Irgendwie wundert es mich, wenn du sagst, dass dein PC die Wiedergabe ohne Probleme schafft. Bei mir sieht das anders aus. Bei 4K Ausgabe hakelt es ganz gewaltig, insbesondere bei Kamerafahrten und eingebundenen HD-Videos. Das schafft auch mein PC mit 4 x 4.7 GHz nicht mehr.
deshalb lasse ich ja auch die Shows als 4K Video mit 60Hz rendern.
-> Und genau da fehlt die Leistung, das dauert richtig lange. Die Frage ist halt wie oben geschrieben: Welche Leistungsoption bringt dabei am meisten.
VG
Michael

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Re: PC Tuning --> was hilft am meisten bei der Videoerzeugung?

Beitrag von ingenius » Fr Okt 20, 2017 17:58

Bislang mache ich nur fullHD-Videos. Bei der Erstellung der Videos läuft der Rechner unter Volllast der CPU. GPU macht nichts. RAM ist nicht spürbar stärker ausgelastet. Deshalb nochmals: Es dürfte Taktrate fehlen. Angeblich lässt sich das Rendern nicht sinnvoll parallelisieren und so auf mehrere Kerne verteilen. Bei mir dauert die Erstellung eines fullHD-Videos ungefähr 1-1,5-fache Videolaufzeit. Solange man also keine Spielfilme rendert... :wink:

ingenius

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Re: PC Tuning --> was hilft am meisten bei der Videoerzeugung?

Beitrag von mike303 » Fr Okt 20, 2017 18:10

Full HD ist kein Problem, 4K ist da eine ganz andere Hausnummer...
Mal sehen, vielleicht meldet sich noch jemand, der Erfahrung mit mehr als 4Kernen hat!
Michael

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Re: PC Tuning --> was hilft am meisten bei der Videoerzeugung?

Beitrag von khg1 » Sa Okt 21, 2017 12:56

Ich habe gerade die Möglichkeit gehabt, das Erstellen einer Diashow an zwei unterschiedlich performanten PCs zu testen.

Um den Test vergleichbar zu machen, habe ich die demo.ads ("Willkommen") aus den Beispielprojekten von Stages mit den Einstellungen für"4K-UHD mit 29,97 Bilder/s" im Format 16:9 als mp4-Datei erzeugt. Die Zeiten wurden mit Stoppuhr gemessen und die technischen Werte im Task Manager resp. Prozess Manager von Windows 10 abgelesen.

PC1 (ca. 5 Jahre alt):
  • Prozessor Intel Core i5-3350P, Speicher 4 GB, Grafikkarte Nvida GeForce GTX 650, Programm auf SSD-Laufwerk, Bilder auf HD
  • Dauer der Erzeugung des Video: 19:09 Minuten
PC2 (aktuell):
  • Prozessor Intel Core i5-8400, Speicher 16 GB, Grafikkarte Nvida GeForce GTX 1060, Programm auf SSD-Laufwerk, Bilder auf HD
  • Dauer der Erzeugung des Video: 9:05 Minuten
Bei beiden PCs war die Auslastung zwischen 90% und 100%, wobei der größte Teil von dem Prozess ffmpeg.exe (das ist m.E. die mp4-Codierung) verbraucht wird. Bei beiden PCs waren alle Kerne unter Last (i5-3350P hat 4 Kerne, i5-8400 hat 6 Kerne).

Die Grafikkarte GTX 1060 war zu ca. 35% ausgelastet (am alten PCs konnte ich dies nicht nachprüfen).

Es wurden bei beiden PCs jeweils weniger als 3 GB Hauptspeicher genutzt.

Meine (laienhafte) Schlussfolgerung daraus wäre, dass es in 1. Linie auf die Performance des Prozessor ankommt, wenn man die Vidoe-Erzeugung beschleunigen will.
Viele Grüße
Gerd
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Stages 11, Windows 10, 64 bit, Intel i-5-8400, 16 GB, Nvida GTX 1060 6GB, Samsung TV UE55JU7090TXZG

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Re: PC Tuning --> was hilft am meisten bei der Videoerzeugung?

Beitrag von mike303 » So Okt 22, 2017 10:47

Hallo Gerd,
herzlichen Dank für diese Daten! Ich habe auch nochmal genauer hingeschaut. Bei meinem 4 Kerner laufen 8 Threads mit 100% und die GTX 970 zeigt ca. 35% Auslastung an.
Zusammen mit deinen Daten würde ich nun auch annehmen, dass mehr Kerne tatsächlich helfen, Taktfrequenz natürlich auch, aber eine bessere Graka vermutlich nicht ganz so viel.
Vielleicht meldet sich ja noch jemand, der das bestätigen kann.
Viele Grüße
Michael

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Re: PC Tuning --> was hilft am meisten bei der Videoerzeugung?

Beitrag von Kerstin Thaler » Mo Okt 23, 2017 8:48

Tatsächlich ist es so, dass die CPU den Hauptteil der Arbeit bei der Videoerzeugung erledigt
und letztere durch die Parallelisierung von einer größeren Anzahl an Kernen profitiert,
ganz besonders bei Verwendung der Codecs H.264 und H.265.
Die Grafikkarte spielt bei der Videodekodierung eine größere Rolle als bei der Videoerzeugung,
siehe Hardwarebeschleunigung.
Mit freundlichen Grüßen
Kerstin Thaler
AquaSoft

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Re: PC Tuning --> was hilft am meisten bei der Videoerzeugung?

Beitrag von mike303 » Mo Okt 23, 2017 10:05

Danke für die klare Aussage!
Damit ist klar, dass die Grafikkarte bleiben darf, solange ich nicht deutlich mehr Videos einbinde und die nächste CPU mindestens 6-8 Kerne haben wird.
Viele Grüsse
Michael

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Re: PC Tuning --> was hilft am meisten bei der Videoerzeugung?

Beitrag von Martin Redlich » Do Okt 26, 2017 9:37

Generell ist es bei der DiaShow so, dass für die Erzeugung der Bilder die Grafikkarte stärker belastet wird als die CPU. Die erzeugten Bilder werden dann an den Videoencoder weitergegeben, der zur Videoerstellung aktuell nur die CPU benötigt.
Wenn also die Grafikkarte zu langsam ist, kann es passieren, dass der Videoencoder sich langweilt, weil die Bilder nicht schnell genug geliefert werden. Wenn die Grafikkarte dagegen die Bilder schneller liefern kann als der Videoencoder sie verarbeiten kann, ist es genau umgekehrt.

Auch wenn die DiaShow bei der Bilderzeugung sehr stark auf die Grafikkarte setzt, gibt es auch viele Operationen, die die CPU benötigen. Je nach Aufbau der Show ist es verschieden aufwendig, diese abzuspielen. Prinzipiell kann man auch jede Show mit sovielen Effekten, etc. ausstatten, dass sie auch die stärkste Grafikkarte überfordert.

Daher ist es durchaus wichtig, dass sich sowohl CPU wie auch GPU die Waage halten, keine der beiden Komponenten sollte man vernachlässigen.
Mit freundlichen Grüßen Martin Redlich, AquaSoft
eMail: martin.redlich@aquasoft.de

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